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Projektdokumentationen


Bildungswege 2010

Projektlaufzeit: April bis Dezember 2010

Ausgangslage

Bei der Suche nach der richtigen Ausbildung nach dem einjährigen Hauptschulabschluss benötigen junge Flüchtlinge eine intensivere Unterstützung. Viele können nach dem Hauptschulabschlusskurs nicht in geeigneten weiterführenden Bildungsmaßnahmen Platz finden, sind längere Zeit arbeitssuchend gemeldet oder sind bei der Ausbildungsorientierung überfordert. Besonders schwer haben es junge Flüchtlinge, die seit Jahren auf einen Asylbescheid warten und weder arbeiten noch eine Lehre machen dürfen.

Eine Hürde bei der Planung des Bildungsweges nach dem Hauptschulabschlusskurs ist der Mangel an Wissen über die Vielzahl an Lehrberufen und weiterführenden Bildungswegen. Die Berufswünsche der jungen Flüchtlinge beschränken sich meist auf einige wenige Berufe, die tlw. überlaufen sind bzw. in Branchen liegen, die wirtschaftlich eher in der Krise sind. Dazu kommt, dass die jungen Flüchtlinge wenig über ihre eigenen Stärken, Fähigkeiten und Interessen Bescheid wissen bzw. Berufswünsche von Freunden oft einfach unhinterfragt übernehmen. Schwierig ist für sie auch der Umgang mit den Brüchen in ihrer Biografie. Selbstbewusst und sicher in einem Bewerbungsgespräch aufzutreten vor dem Hintergrund des Erlebten (Situation in der Heimat, oft kaum Schulbildung, Flucht, Prozess des sich Zurechtfindens in einem fremden Land u.a.) überfordert viele der jungen Flüchtlinge.

Bildungswege

Mit dem Projekt unterstützen wir die jungen Flüchtlinge beim Herausfinden ihrer Interessen, Stärken und Fähigkeiten, organisieren Nachqualifizierung und Workshops in Kooperation mit Unternehmen und planen mit ihnen den Ausbildungsweg. Dabei setzen wir unser breit gefächertes Netzwerk in die Wirtschaft und unsere Kontakte zu verschiedenen Ausbildungsinstitutionen ein.

Projektziel

Schaffung von ausbildungsbezogenen Perspektiven für junge Flüchtlinge bis 26

Zielgruppe

  • Junge Asylwerber, die seit Jahren auf einen Asylbescheid warten und weder arbeiten noch eine Lehre machen dürfen
  • subsidiär schutzberechtigte junge Flüchtlinge
  • asylberechtigte Jugendliche

Unser Arbeitsansatz

  • nachhaltige Kooperationen mit Unternehmen und Bildungsinstitutionen
  • integrationsfördernde Begleitung der jungen Flüchtlinge (Mentoring, Nachhilfe)
  • individuelle Betreuung

Kooperationspartner 2010

Unternehmen

  • T-Mobile-Austria
  • Weiner Installationen GmbH.
  • Mils Computer GmbH.
  • Oracle Austria GmbH.

Ausbildungsinstitutionen

  • bfi Wien
  • wifi wien

Projektergebnisse 2010 (Stand 01/2011)

1 Lehrstelle für Installateur (Gas, Wasser, Heizung) ab 05/2010
Unternehmen: Firma Weiner Installationen
Jugendlicher: 1 Bursch aus Afghanistan, subsidiär schutzberechtigt

3 Lehrstellen für Einzelhandel (Schwerpunkt Telekommunikation) ab 8/2010
Unternehmen: T-Mobile Austria
Jugendliche: 3 Burschen aus Afghanistan, alle subsidiär schutzberechtigt

1 Lehrstelle für EDV-Systemtechnikerin ab 08/2010
Unternehmen: Mils Computer GmbH.
Jugendliche: Mädchen aus dem Libanon, anerkannter Flüchtling

2 Ausbildungen zur Ordinationsgehilfin, 04-05/2010
Bildungsinstitution: bfi Wien
Jugendliche: Mädchen aus Tschetschenien, subsdiär schutzberechtigt; Mädchen aus Afghanistan, anerkannter Flüchtling

2 Ausbildungen zum Rezeptionisten, 10/2010-12/2010
Bildungsinstitution: bfi Wien
Jugendliche: 1 Bursch aus Serbien, Asylwerber; 1 Bursch aus Guinea, Asylwerber 

1 Ausbildung zur Kindergartenassistentin, 09/2010-10/2010
Bildungsinstitution: wifi Wien
Jugendliche: 1 Mädchen aus Mazedonien, Asylwerberin

Ausbildungsfinanzierung für die jungen Asylwerber

  • Spenden
  • Kursreduktionen
  • AMS-Finanzierung für einen Ausbildungsplatz

Mentorenbegleitung & Nachhilfe

9 der 10 Jugendlichen haben Mentoren. Drei Jugendliche erhielten bzw. erhalten Nachhilfe.

Perspektiven

Die 5 Jugendlichen sind nach wie vor in der Lehre, das Feedback ist von allen Unternehmen äußerst positiv. Die anderen fünf jungen Flüchtlinge haben ihre Ausbildung mit Erfolg abgeschlossen. Zwei Asylwerber absolvieren ein 3-monatiges Volontariat (Hotel:01-03/2011; Kindergruppe 11/2010-02/2011), für einen dritten bemühen wir uns um ein solches. Das Mädchen aus Tschetschenien hat seit Sommer 2010 einen Job bei einem Facharzt. Das Mädchen aus Afghanistan ist noch bis März 2011 in Karenz, wir unterstützen bei der Jobsuche.